Der Briard ist eine alte französische Schäferhundrasse, die als Hüte- und Schutzhund an den Schaf- und Viehherden arbeitete. Die Hirten benötigten einen wendigen und ausdauernden Hund, der die Herden führte, zusammenhielt und bewachte. Er musste in der Lage sein, selbständig zu arbeiten, was u.a. Selbstbewusstsein, Temperament, Intelligenz, schnelles Reaktionsvermögen und einen Schutzinstinkt verlangte.

Der Briard ist in der Regel lebhaft, aufmerksam, weder ängstlich noch aggressiv. Wird er richtig gehalten, ist er jederzeit zu gemeinsamen Taten bereit und zeigt draußen sein ganzes Temperament. Gleichzeitig ist er souverän und im Haus ruhig und ausgeglichen. Bei so manchem Restaurant Besuch staunten die Gäste nicht schlecht, wenn nach einer Stunde dieser riesige Hund unter dem Tisch hervorkam.

Aufgrund seiner Größe muss man den Briard im Griff haben - und dies gelingt nur durch absolute Konsequenz. Und das vom ersten Tag an - so niedlich so ein Teddy-Welpe auch aussehen mag. Besuchen Sie schon mit dem Kleinen eine Welpengruppe – der Kontakt zu Artgenossen fördert sein Sozialverhalten. Außerdem lohnt sich ein anschließender Junghundekurs. Die Hundeschule kann Ihnen bei Erziehungsfragen zur Seite stehen und so manches Problem taucht vielleicht gar nicht erst auf.

Investiert man Zeit, Geduld und Liebe in den Briard, dankt dieser Hund Ihnen das sein Leben lang. Ist der Briard in der Pubertät (ca. zwischen 7 und 18 Monaten), versucht er herauszufinden, welchen Status er im Rudel hat. Das heißt erst recht: Konsequenz und nochmals Konsequenz.

Den Briard zeichnet ein sehr sensibles Autoritätsverständnis aus: er braucht ein klar hierarchisches, strukturiertes Familienrudel, in dem er einen festen Platz hat. Er ist wachsam, aber kein Kläffer und Fremden gegenüber eher reserviert.

Die ausgeprägte Sensibilität des Briard ermöglicht ihm bei richtiger Haltung und Erziehung eine enge Bindung an seine Familie. Dann kann er ein regelrechter Clown sein, der nur einen Wunsch hat: immer dabei zu sein. Trotz alldem kann es sein, dass der Briard immer mal wieder kurz antestet, ob die Rangordnung noch gilt. Dann muss man sich durchsetzen.

Für die reine Zwingerhaltung eignet der Briard sich absolut nicht (dies trifft auf alle Hunde zu). Dieser lernbegierige Vierbeiner blüht auf, wenn er etwas zu tun hat: sei es nun Agility, Fährtenarbeit, Apportieren oder Dog-Dancing. Der Jagdtrieb ist nicht sehr ausgeprägt (seltene Ausnahmen bestätigen die Regel...). Zu Hause zeigt sich der ausgeglichene Briard sehr ruhig - man merkt ihn kaum. Außer natürlich am Dreck und Staub, den er durch sein langes Fell zwangsläufig ins Haus bringt.

Haben Sie alles richtig gemacht, dann gehen Sie mit einem souveränen, ausgeglichenen, glücklichen und allzeit (unternehmens-)lustigem Hund durchs Leben, der eine enge Bindung zu seinen Leuten hat und überall hin mitgenommen werden kann.

Nachfolgend Auszüge aus einem gelungenen Rasseporträt des Schweizer Hundemagazins 7/05:

...Ein sicher sozialisierter Briard ist ein sehr treuer und zuverlässiger Begleiter. Er will möglichst immer bei seiner Bezugsperson sein. Deshalb wird er sich immer einen Platz aussuchen, wo er mitten im Geschehen ist (eigene Anmerkung: während ich dies schreibe, krabbelt der dicke Neelix unter meinen Schreibtisch, hauptsache nah, egal wie eng). Am liebsten hält er seinen Kopf beim Liegen auf den Füßen oder dem Schoß der Besitzer. Gegenüber Fremden verhält sich der Briard zurückhaltend. Der Briard, so sagt man, ist ein Hund mit einem großen Herzen und ausgeprägter Loyalität zu seiner Bezugsperson.

...ein Briard braucht in erster Linie ein sichere Bindung zu seiner Bezugsperson. Daneben sehr viel Bewegung und Zuwendung. Er braucht Familienanschluss und sollte unter keinen Umständen im Zwinger aufwachsen. Schon als Welpe sollte er möglichst viel Kontakt zu Fremdpersonen haben. Die Welpenspielstunde und Junghundeausbildung fördern die Sozialisierung und den Umgang mit anderen Hunden. Der Briard entwickelt sich am Besten, wenn er zu einer oder mehreren Personen ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann. Dies ist mit Zuwendung, gemeinsamen Arbeiten oder Ausbilden und konsequentem Führen sehr einfach möglich. Der Briard liebt in diesem Umfeld die tägliche Herausforderung und das konzentrierte Arbeiten. Wegen seiner Schnelligkeit, seinem Temperament und seiner Intelligenz standen schon Briards in der Schweizer Nationalmannschaft für Agility im Einsatz. Im Bereich Schutz-, Rettungs- und Begleithund haben die Briards schon höchste Auszeichnungen erhalten.

...Man muss nicht eine große Wohnung, ein Einfamilienhaus oder gar einen Garten für den Auslauf haben. Ohne den persönlichen Kontakt, die ausgedehnten Spaziergänge und das Arbeiten mit dem Hund, sind dies ohnehin nur moderne Zwinger.

...Der Briard braucht unbedingt eine Aufgabe...sonst wird es ihm langweilig und er wird unglücklich. Zum anderen ist die Erziehung und Führung des Briards sehr wichtig. Da er bei seiner ursprünglichen Aufgabe nicht nur die Herden behüten, sondern auch beschützen und bewachen musste, bedingt das auch heute noch die Eigenschaft, dass er ein gewisses Maß an Selbständigkeit und Entschlussfreude aufweist. Er ist in der Regel außergewöhnlich aufmerksam, um seine Umwelt genau zu beobachten. Diese Eigenschaften prädestinieren ihn zu dominantem Verhalten... Dazu mehr unter SOS Briard

...Sie sind gelehrig und wenn man sie richtig anpackt auch hochmotiviert zur Arbeit. Gleichzeitig aber haben sie sehr wohl ihren eigenen Kopf, tragen einen Teil Eigenständigkeit in sich, vor allem aber die Suche nach klaren Positionen - und genau daran scheitern viele Briardbesitzer...

... Die Briardbesitzer müssen Autorität ausüben wollen und können. Die nicht konsequente Erziehung hat nichts mit besonderer Liebe zu tun und ist wider die Natur des Hundes. Die Gehorsamkeit soll beim Briard auch nicht durch Härte erlangt werden, sondern durch den kontrollierten, tiergerechten Umgang mit dem Hund und einer sicheren Bindung. Durch das Setzen von Regeln und dem konsequenten Bestehen auf Einhaltung dieser Regeln, durch die Vermittlung von Ruhe und Überlegenheit in jeder Lebenssituation, durch die Vermittlung von Erfolgserlebnissen, die der Briard immer dann hat, wenn er in Kooperation mit seinem Menschen agiert.

Bei den Rüden ist das Dominanzstreben etwas ausgeprägter...Man muss sich nur bewußt sein, dass ein Rüde auch mal 40 kg oder mehr auf die Waage bringt und dementsprechend in speziellen Situationen auch eine kräftige Hand oder Arm braucht.

Die Briards passen zu Leuten, die sich mit dem Hund beschäftigen wollen und können. Die tägliche Herausforderung und eine Aufgabe ist sehr wichtig. Wichtig ist für ihn, dass er ernst genommen wird, nicht alleine oder unbeschäftigt ist. Vitalen, unternehmungslustigen und selbstsicheren Besitzern ist der Briard sicher der geeignetste Begleiter.   

 

 

 

 

Wissenswertes - Die Rasse

Neelix 1 Jahr alt