Lisa de la Tierheim Lübeck oder „unsere kleine Ratte“.

Lübeck im April 2003:

Da stand sie mit zwei Polizisten an ihrer Seite: eine kleine, verschüchterte, kugelrunde, lockige, kniehohe Hündin mit langem Pony und kariertem Halstuch. Verzückt rief ich gleich: „Wie witzig, Eddi in klein - ist aber bestimmt ein Rüde!“ Nein, sie war eine Hündin. Wie erkläre ich jetzt meinem Lebensgefährten, dass ich Eddi „in Klein“ gesehen habe und wir zukünftig wohl zwei Hunde haben werden?

Test bestanden?

Gesagt getan wurde ein Probetag vereinbart: Lisa benahm sich mustergültig, jammerte nicht, bettelte nicht und legte sich im Cafe still neben uns hin. Also war die Sache gebongt: dieser Hund gehört nun auch zu uns.

Die andere Seite der Medaille

Womit ich nicht gerechnet habe, war Lisas wahre Seite, die erst raus kam, als sie sich richtig eingelebt hatte. Lisa war nämlich von Haus aus Chefin. Allerdings eine, die vom Charakter her eher unsicher ist und das gar nicht wollte. Von ihren ehemaligen Besitzern „Oma und Opa“ bekam sie manchmal was mit dem Schlappen, war es aber auch gewöhnt, auf der Couch zu sitzen, im Bett zu liegen, auf Knopfdruck gefüttert zu werden und jedes Mal Beachtung zu bekommen, wenn sie piepte.

Also bekam ich lange Zeit dieses Summen nicht mehr aus den Ohren: „es“ piepte, wenn Zeit für Streicheleinheiten wäre, wenn ich gerade was anderes machte, wenn Madame ein Leckerchen wollte, …

„Schluss mit Lustig“

Nur waren jetzt leider neue Zeiten für Lisa angebrochen. Futter gab es nur auf ein „Sitz“ (welches sie widerwillig ausführte), durch Diät und Spaziergänge nahm sie 4 kg ab und auf den Bürgersteig durfte auch nicht mehr gemacht werden. Man konnte klar erkennen, welch Leben unsere Prinzessin gelebt hat. Bis ich darauf kam, wieso sie andauernd Pfützen im Haus hinterließ, dauerte es ein ganzes Jahr: Frustpinkeln. Je mehr Aufmerksamkeit wir Lisa schenkten, desto eher war sie frustriert, wenn wir sie mal kurz nicht beachteten und pinkelte vorzugsweise auf nagelneue Teppiche.

Erfolgreiche Schlacht

Grundsätzlich haben wir Lisa ganz gut hinbekommen. Wir haben alles probiert - vom Schmusekurs über Ignoranz bis zum Schimpfen.

Hundetrainer und Hundeschulen können einen darauf aufmerksam machen, was man noch beachten muss, oder was man selbst gar nicht mehr wahrnimmt. Dennoch kennt jeder Besitzer seinen Hund und muss beurteilen, wie der Hund reagiert.

Wir haben gemerkt, dass Lisa Aufgaben braucht, Auslastung benötigt und durch eine klare Struktur mit straffen Regeln Sicherheit bekommt. Sie hat einen festen Platz, auf den sie tagsüber öfter geschickt wird. Streicheln wir sie sehr viel und darf sie sich frei bewegen, verfolgt sie mich, wird extrem respektlos, ist nervös, gestresst und jammert wieder mehr. Durch die klaren Regeln wird sie wesentlich ruhiger und durch absolute Konsequenz und Arbeit mit ihr bekommt sie Respekt vor Menschen.

Es fällt ihr grundsätzlich schwer, Menschen zu vertrauen, da sie nie eine vernünftige Führung erfahren hat.

Sie reagiert auch sofort auf Umstellungen jeglicher Art. Wir sind letztlich nur durch Probieren, Erfolg oder Misserfolg auf einen vielleicht richtigen Weg gekommen. Auch das Ignorieren allein hilft bei Lisa nicht. Sie muss teilweise korrigiert werden, sonst hört sie nicht auf. Also haben wir ihr Fiepen korrigiert (z.B. mit Leinenruck), sobald sie aber ruhig war, gelobt und sie beachtet.

Mir gibt dieser Fall die Erfahrung, dass man nicht danach gehen kann, was pauschal in Hundebüchern empfohlen wird. Man muss es ausprobieren und die Reaktion des Hundes anschauen. Allerdings sollte man trotzdem Hundebücher lesen, damit man letztlich die Reaktion verstehen kann.

Da Lisa ein pfiffiges Mädchen ist, hat sie die Freude am Lernen entdeckt und seid wir Neelix haben, ist auch sie Weltmeister im Apportieren.

Demnach mein Tipp: Hunde aus dem Tierheim JA – aber man muss sich im Klaren sein, dass unter Umständen jede Menge Einschränkungen und Arbeit auf einen wartet. Was nicht nötig wäre, wenn die Menschen ihre Hunde einfach mal „normal“ behandeln würden…

Mai 2006 - KreuzbandrissLisa mit Kreuzbandriss

Eine Woche vor unserem geplanten Holland-Urlaub passierte es: Lisa düste mit Neelix über eine Wiese und trat aus Versehen unglücklich in ein Loch. Ein Aufschrei und anschließende Humpelei - das Ergebnis: Kreuzbandriss. Gesagt getan: es musste sofort operiert werden.

Die Tierärzte und Klinik-Mitarbeiter der Tierklinik Recklinghausen waren super nett, Lisa durfte mal wieder der kleine Schatz sein und durfte von uns auch nicht mehr “kleine Ratte” genannt werden. Natürlich schlief ich in der Nacht nach der OP neben ihrem Bett, da mag sie uns noch so oft genervt haben, wir lieben sie ja doch.

Kurz entschlossen nahmen wir Lisa mit in den Urlaub - denn für sie ist es das wichtigste, dabei zu sein: sie ließ sich in einem Bollerwagen ziehen und saß mit meinem Mann im Cafe am Meer, während Neelix und ich am Strand spielten (wer im Urlaub zugenommen hat, kann man sich ja denken). Nach dem Urlaub kam Lisa dann zur Unterwasser-Physiotherapie. Das war ihr erst unheimlich, aber für Leckerchen rennt man doch auch mal auf so einem komischen Laufband.

Als der Kreuzbandriss wieder verheilt war (es ist alles super verlaufen) ist Lisa natürlich gleich eine Etage in der Rangfolge nach oben gestiegen - musste ihr Personal sie doch öfter mal tragen und sich intensiver um sie kümmern - das haben wir ihr aber gleich wieder abgewöhnt und sie piept wieder weniger....

2007 - ein Schrecken jagt den nächsten

Lisa kann wieder super laufen. Im Sommer ist sie viel geschwommen, auch etwas, dass sie sich erst spät zugetraut hat. 2006 ist sie das erst Mal vorsichtig weiter ins Wasser gegangen und inzwischen schwimmt sie wie ein kleiner Biber.

Mittlerweile haben wir sie 4 Jahre, also hat sie nun ungefähr die Hälfte ihres bisherigen Lebens bei uns verbracht. Sie vertraut uns immer mehr. Man merkt das an Kleinigkeiten. Sie liegt nun auch freiwillig allein im Wohnzimmer ohne permanent kontrollieren zu wollen. Sie schläft nun auch nicht mehr am liebsten unter dem Couchtisch, der ihr wohl Sicherheit gab. Jetzt legt sie sich “ohne Deckung” auf den Teppich und rollt sich sogar auf den Rücken, was früher niemals der Fall war. 

Einen bösen Schrecken hat sie uns im Februar 2007 eingejagt. Ich fand an ihrem Maul und an der Lefze blumenkohlartige Geschwüre und hatte sofort Angst, dass es Krebs sein konnte. Nach einer unruhigen Nacht fuhren wir sofort zur Tierklinik und ließen das abklären. Gott sei dank waren es nur gutartige Geschwüre, hervorgerufen durch das Papilloma-Virus. Die heilen nach 6-8 Wochen von selbst, nur wenn der Hund Schwierigkeiten beim Fressen bekommt, sollte man sie operativ entfernen. Als die Diagnose kam, war ich total erleichtert. Ich hoffe, wir haben doch noch einige schöne Jahre mit unserer “Ratte”.

Lisa alt & verfressen und so frech wie eh und je

2007 hat Lisa wohl vor, uns einen Schrecken nach dem nächsten einzujagen. Im April stellten wir auf einmal fest, dass wohl ihre Lymphdrüsen geschwollen waren. In der Tierklinik fand man heraus, dass es sich um die Speicheldrüsen handelte und punktierte das Gewebe. Eine Woche mussten wir um das Ergebnis bangen, bis sich herausstellte, dass es kein Krebs und auch keine Entzündung ist. Inzwischen ist es wieder abgeschwollen - puh, kann ich da nur sagen...

Dann erwischte sie wohl zwischendurch auch noch ein Magen-Darm Virus, ein Zahn ist ausgefallen und einer abgesplittert.

Verhaltensmäßig lässt sich feststellen, dass unsere kleine Ratte verfressener als je zuvor ist. In puncto Sportlichkeit merkt man ihr da das Alter nicht an: sie steigt völlig dreist vom Stuhl auf den Esstisch, um ein Stück Torte zu klauen (natürlich nur, wenn wir nicht im Raum sind - auch wenn wir nur ganz kurz aus dem Raum gehen!). Ihre Gelenkigkeit bezieht sich da auch auf ihren Kiefer: der scheint sich unglaublich flexibel öffnen und schließen zu lassen. Sie ging kürzlich an mir vorbei, sah dabei schuldbewusst und irgendwie seltsam im Gesicht aus. Als ich schaute, was sie da verstecken wollte und “Aus” sagte, spuckte sie eine halbe Tafel Schokolade (mit Papier) aus, die sie komplett im Maul versteckt hatte. Von wegen kleiner Hund...

Letztens dachte ich, es hätte sie wieder erwischt: sie machte einen appetitlosen, angeschlagenen Eindruck und zeigte sich beim Warten auf ihr Futter seltsam geduldig. Ihr Futter fraß sie aber trotzdem - eine Lisa lässt doch nichts verkommen! Nach einer Mitleidswelle ging ich in unseren Vorratskeller, um festzustellen, dass Lisa einen 15 Kilo Sack Hundefutter aufgerissen und sich ordentlich bedient hat. Da war mein Mitleid schnell verflogen, kein Wunder, dass ihr nach der Fressorgie übel war...

Lisa Sommer 2007Noch dazu hat sie wohl mitbekommen, dass wir uns viel Sorgen um sie gemacht haben. Wahrscheinlich haben wir sie darum mit vermehrter Aufmerksamkeit bedacht, was von Madame gleich zum Anlass genommen wird, wieder fordernder und frecher zu werden. Aber das kennen wir nun ja schon und unsere “Prinzessin auf der Erbse” wird auch hier wieder keinen Erfolg verzeichnen können. Alles Fressbare und die Vorratskammer wird nun wie Fort Knox gesichert, schließlich ist unsere Ratte ja noch kein Copperfield (könnte bei ihr aber noch passieren...).

Im August 2007 humpelte Lisa auf einmal. Sozusagen Quartalsweise hat die alte Damen nun irgendwelche Leiden. Wir fuhren wieder zur Tierklinik. Dort stellte man fest, dass ein Zeh sehr angeschwollen war. Nach Antibiotika und einem Verband verlief die Sache recht glimpflich und alles schwoll wieder ab. Woran es nun gelegen hat, läßt sich nicht wirklich feststellen. So robust Lisa früher war, jetzt nimmt sie alles mit, was so kommen kann. Das gilt natürlich auch immer noch für das Fressen - sie sammelt im Radius ihrer 8m Flexileine schon mal tote kleine Feldmäuse, auf ein “Aus” oder “Pfui” wird nur noch mal kräftig geschluckt. Zu ihren weiteren Hobbies zählt das Ausgraben von Hinterlassenschaften fremder Katzen aus Blumenbeeten. Bei einem Briard-Treff büchste Madame aus, um von einem Bauernhof einen alten Teller Bohnen zu klauen und ratz fatz leer zu fressen. Neelix Bart sieht auch schon etwas angenagt aus, da sie versucht, sämtliche Speisereste daraus zu knabbern. Sie wiegt zwar nur 11,4 Kilo, da wir natürlich weiterhin auf ihre Figur achten, sieht aber schon aus wie ein kleines Hängebauchschwein. Nun ja, das bringt das Alter nun mal mit sich...

September/ Oktober 2007 - schlimme Diagnose für Lisa

Ich hätte nicht gedacht, dass Lisa´s Hängebauch mit ihrer aktuellen Krankheit zu tun hat - bis dato haben wir alles als Altersschwäche abgetan. Aufgrund des gesteigerten Appetits, des vermehrten Durstes, des Hängebauches, der Hinterhandschwäche und des Haarausfalls, der auf einmal folgte, bestand bei Lisa sofort der Verdacht auf die Krankheit Morbus Cushing.

Was der Tierärztin aber zuerst auffiel, war ihre vergrößerte Leber. Ein Bluttest ergab, dass die Leber- und Gallenwerte äußerst schlecht waren. Sie bekam ab sofort Leberdiätfutter von Royal Canin und pflanzliche Mittel mit Bestandteilen wie Mariendiestel und Artischocke. Außerdem noch Löwenzahntee, Globuli und Vitamine. Aufgrund dieser Sachen ging es ihr bald besser und die Leber war nicht mehr so geschwollen. Ein Ultraschall ergab, dass kein Lebertumor vorliegt, aber dass die Nebennieren geschwollen sind. Ihr Herz ist auch noch o.k.

Bei der Haustierärztin machte ich dann einen Urintest, der aussagt, wieviel Cortisol die Nebennieren ausschütten. Ergebnis: Lisa leidet an Morbus Cushing. Diese Krankheit wird durch zu 80% gutartige Tumore in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) oder den Nebennieren ausgelöst. Lisa hat einen Tumor in der Hirnanhangdrüse. Dadurch produzieren die Nebennieren zuviel von dem Stresshormon Cortisol. Das wiederum sorgt für die Symptome des Morbus Cushing. Außerdem kann es zu Embolien kommen, so dass der Hund jederzeit tot umfallen kann. Es wurde ein Medikament bestellt, es gehört zu den Trilostanen, die in der Humanmedizin bei Brustkrebs eingesetzt werden. Ich hätte auch mit Lisa zur Computertomografie gehen können, nur wird dieser Tumor sehr selten operiert, wenn überhaupt und was bringt es mir dann, sie dieser Belastung der Narkose auszusetzen, nur um zu erfahren, wie groß der Tumor ist. Außerdem hoffe ich, dass es sich wirklich um die besagte Hinterhandschwäche handelt, dass Lisa nicht mal mehr auf der Beifahrerseite des Autos einsteigen kann und manchmal schwer aus dem Liegen hochkommt. Es können genauso gut neurologische Ausfälle aufgrund der Größe des Tumors sein.

Meine Tierärztin sagte, dass eine 12jährige Hündin seit einem Jahr mit diesen Tabletten gut weiterlebt. Ist zwar ein Hoffnungsschimmer, aber ich weiß, dass ich langsam Abschied nehmen muss. Es ist das beschissenste als Hundebesitzer, dass ein Teil der Familie von einem gerissen wird. Viel zu früh und es tut einfach nur weh und ich weiß, dass Eddi unbedingt leben wollte und ich weiß es auch von Lisa.

Auch wenn Lisa für uns schon eine Belastung ist, weil sie gern frustpinkelt und schlecht allein bleiben kann und auch sonst ein sehr fordernder Charakter ist, sie gehört zu uns.

Und sie ist trotz allem ein ganz pfiffiger Hund. Ich bin froh, sie aus dem Tierheim geholt zu haben, denn bei alten Leuten wäre sie falsch aufgehoben gewesen. Sie apportiert wie ein Weltmeister, kann eine Butterbrotdose mit den Zähnen öffnen, kennt sich mit sämtlichen Holzspielzeugen super aus, macht eine Rolle und lernte auch sonst alle Tricks sehr schnell. Sie ist ein ganz besonderer Charakter, auch wenn sie schon wirklich eine Profilneurose hat. Letztens holte sie die leere Verpackung eines Müsliriegels aus der Sporttasche meines Mannes und ging angeberisch mit dem Papier im Maul und mit erhobener Rute um uns rum. Ich hoffe, dass wir noch einige Zeit mit ihr bekommen, aber ich muss auch echt sagen, dass ich Angst um die bevorstehende Zeit habe. Es ist nicht leicht, sich auf ein Ende vorzubereiten. 

November 2007 - die richtige Dosis

Lisa bekommt seit einigen Tagen das Medikament, welches die Cortisol Produktion hemmen soll. Es war eine Lisa im Fahrradanhänger & Neelixrichtige Zitterpartie, ihr die Tabletten das erste Mal zu geben, da ich Angst vor einer zu hohen Dosis und dem damit verbundenen Kollaps hatte. Aber es passierte nichts; mittlerweile gehe ich davon aus, dass die Medikamente zu niedrig dosiert sind und wir die Dosis anpassen müssen. Dies wird aber erst ein weiterer Test ergeben.

Ansonsten möchte die Maus weiterhin dabei sein. Sie läuft zwar gut mit und schafft auch schon mal eine Stunde, dennoch wollen wir sie zwischendurch entlasten. So hat unsere kleine Ratte nun ihren eigenen Fahrdienst - einen Fahrradanhänger für Hunde. Neelix kann Gas geben und die Dame lässt sich von mir gemütlich chauffieren - nun endlich mal standesgemäß. Dazu noch einen Happen getrocknetes Straußenfleisch und Madame ist glücklich.    

Dezember 2007 - Kahlschlag

Lisa wird allmählich immer nackiger. Unsere kleine “Ratte” wird nun leider auch äußerlich einer Ratte immer ähnlicher - zumindest sieht die haarlose Schwanzspitze ganz danach aus. Durch die erhöhte Cortisol Produktion fällt das Fell aus. Die Tabletten, die Lisa seit 4 Wochen erhält, zeigen Wirkung - sie trinkt nicht mehr so viel. Bis allerdings das Fell nachwächst, kann ein halbes Jahr vergehen. Ansonsten ist sie aber wirklich gut drauf im Moment, was uns sehr freut.

März 2008 - es geht aufwärts

Nur eine kleine Meldung: Lisa ist momentan wieder “oben auf”. Die Medikamente verträgt sie sehr gut, ihre Figur sieht wieder wesentlich besser aus (der Hängebauch ist weg, bzw. auf das übliche Maß geschrumpft), sie meint wieder, sie sei die Obermutter schlechthin und letztens konnte sie sogar wieder ins Auto springen. Das Fell ist noch nicht wieder ganz nachgewachsen, es fällt aber auch wohl keines mehr aus. Wir hoffen, dass dies noch weiter so bleibt.

April 2008

Lisa ist zwar nach wie vor fit, leider wurden aber bei einem Urintest wieder erhöhte Kortisol Werte festgestellt, so dass wir die Medikamenten-Dosis erhöhen mussten. Doch auch das hat sie bisher gut vertragen, wir werden sehen, wie es weiter geht.

Juli 2008 - Lisa “Phönix aus der Asche”

Lisa macht sich wirklich wie der sprichwörtliche “Phönix aus der Asche”. Hatte ich im letzten Jahr gedacht, dass sie den Jahreswechsel nicht überlebt, sieht sie jetzt aus wie “nagelneu”. Sie verträgt die erhöhte Dosis sehr gut, ihr Fell ist wieder gewachsen und noch erstaunlicher finde ich es, dass sie wieder ins Auto springen kann. Die Hinterhandschwäche ist weg. Lisa geht jetzt locker zwei Stunden spazieren, wenn es so weiter geht, wird sie wohl Neelix im Fahrradanhänger ziehen. Sie ist halt doch nicht unterzukriegen, unsere kleine Ratte.

Winter 2008 - noch eine Hiobsbotschaft

Als Lisa wieder einmal einen Hängebauch bekam, ließ ich sie vorsichtshalber beim Tierarzt durchchecken. Ihre Leberwerte waren gut - leider ist eine weitere Diagnose hinzugekommen: sie leidet an einem Herzklappenfehler. Da die Herzmedikamente nicht noch zusätzlich eingenommen werden können, versuchen wir es jetzt auf dem pflanzlichen Wege. Außerdem ist aus dem Leberdiätfutter nun ein Herzdiätfutter geworden. Was ansonsten immer gleich bleibt - egal bei welcher Diagnose - ist das Wesen unserer kleinen Ratte: frech, aufdringlich, angeberisch und ein bisschen dominant - so wie eh und je und so ist es gut so. Wir sind erstaunt, dass Lisa dieses Jahr mit uns durchgestanden hat (oder wir mit ihr?) und hoffen auf ein gemeinsames 2009.

Frühjahr/ Sommer 2009

Buch PfotengeschichtenLisa´s Geschichte wurde jetzt sogar in einem Buch veröffentlicht - so kann´s passieren, wenn Frauchen ein Autoren Seminar bei Elli Radinger besucht. Nun, das Seminar hatte ja auch das Thema “Von der Idee zum Tierbuch”. Mit mir haben 16 weitere Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Seminaren ihre interessanten, lustigen und außergewöhnlichen Tiergeschichten veröffentlicht.

Das Buch kann direkt über mich oder aber bei Amazon bestellt werden,

ISBN-10: 3837066320, ISBN-13: 978-3837066326

Verlag: Books on Demand; Auflage: 3 (27. März 2009). Preis 9,90 Euro.

 

Sommer 2009

Lisa sieht super aus (von den fehlenden Zähnen mal abgesehen) - ihr Fell ist wieder fast rabenschwarz  und lückenlos. Unsere Nachbarin fragte mich sogar, ob wir wieder einen neuen, jungen Hund hätten... Gut, äußerlich ist alles nicht mehr zu toppen, aber innerlich sieht es leider nicht so gut aus.

Ein Herz-Ultraschall ergab, dass die Vorhöfe sich vergrößert haben und die Klappen beide nicht mehr richtig schließen. Nun bekommt sie doch Herzmedikamente - allerdings keine ACE-Hemmer, da sich diese nicht mit dem Vetoryl vertragen. Außerdem soll sie jetzt 4x tgl. gefüttert werden. Meine Hauptbeschäftigung liegt nun beim Service für unsere kleine Ratte, die sich schon im Paradies glaubt: 6 mal täglich Medikamente mit Leberwurst, 4 mal täglich Futter.

Physiotherapie für Mensch & Hund

Da Lisa´s Arthrose zugenommen hat und sie vor allem im linken Bein Schwierigkeiten hat, gehen wir nun zur Physiotherapie - ja, WIR ist schon richtig. Schlauerweise habe ich mir nämlich eine Tier-Physiotherapeutin ausgesucht, die 30 Jahre lang Menschen massierte und dies auch heute noch anbietet. Zuerst wird Lisa massiert und kommt auf das Unterwasserlaufband - anschließend ist das strapazierte Frauchen an der Reihe. Lisa und ich im Wellness-Himmel, wie schön...www.sabines-hundestube.de

September 2009

Lisa gibt GasLisa´s Menge an Vetoryl konnte reduziert werden - eine gute Nachricht. Dennoch mussten ihr leider 6 Zähne gezogen werden. Sie erhielt jedoch eine schonende Gas-Narkose - nur zu empfehlen!!! Sie war nach der OP ganz schnell wieder total fit, ihr war nicht schlecht und sie spielte am gleichen Tag nochLisa im Urlaub September 2009 Bällchen (ja, so bekloppt ist unser Hund). Wir haben die Tierärztin gewechselt, die absolut erstaunt über Lisa war und sagte, dass sie rein statistisch schon lange tot sein müsste - vor allem mit der Cushing-Syndrom Diagnose. Wir sind auch einfach nur erstaunt und froh und genießen noch jeden Tag mit ihr. Ich denke mal, man muss seinen Hund gut beobachten, gut ernähren und regelmäßig vom Tierarzt überwachen lassen, das ist einfach wichtig, wenn auch finanziell manches mal heftig. 

 

 

Dezember 2009

Ja, es scheint noch Wunder zu geben. Lisa erhält - nach 4 Bluttests- kein Vetoryl mehr. Dabei ist das Cushing-Syndrom nicht heilbar und es ist nicht normal, dass Hunde weniger benötigen. Die Tierärzte können sich das nicht erklären, zumal es sich auch nicht um ein “künstliches” Cushing-Syndrom handelt, was durch Kortison Tabletten entsteht. Wir waren nur noch erstaunt. Allerdings wandelt Lisa sich jetzt wieder so richtig zurück in unsere “Ratte”. Durch das Vetoryl war sie angenehm und ruhig. Wir verwechselten ihren Drogen-Rausch mit einer Weisheit des Hundes im Alter. Nein, Lisa war nur unter Drogen, sie ist wie eh und je. Ungeduldig, verfressen, frech und fordernd und gegen so ziemlich allen Erziehungsmethoden resistent. Sogar mit ihren jetzt mittlerweile wirklich wenigen Zähnen öffnet sie immer noch eine Butterbrotdose. Sie hat echt den absoluten Willen. Was soll´s - jetzt konnten wir uns wieder erinnern, warum sie damals den Spitznamen Ratte bekommen hat...;-)

Juli 2010

Bei Lisa hat das Cushing-Syndrom nach über einem halben Jahr ohne Tabletten wieder eingesetzt - was auch seltsam ist, aber mich wundert bei dem Hund gar nichts mehr. Sie wurde wieder grau, hatte Schuppen, das Fell fiel an der Rute aus, sie pinkelte wieder mehr und war von Kleinigkeiten total gestresst. Nach 4 Wochen mit 10mg Vetoryl war sie wieder die Alte, zu unserer Freude und zum Erstaunen der Hundefriseurin, die nach dem vorherigen optischen Erscheinungsbild des Hundes auch wieder mit ihrem Ableben gerechnet hatte. Die Arthrose ist nach wie vor nicht schlimmer geworden, sie hat vollkommene Lebensqualität - mal schauen, wie es weiter geht. Davon abgesehen ist der Hund einfach hart im Nehmen. Lisa erhält für ihr Herz außerdem noch Blutdrucktabletten. Davon darf sie nur 1/8 von einer kleinen Tablette erhalten. Der Einfachheit halber bewahre ich die kleinen Stückchen in einer Dose auf. Als mein Mann die Fütterung der Hunde übernahm, schüttete er kurzerhand und irrtümlicherweise den Inhalt der gesamten Dose in ihr Futter. Also die 8-fache Menge Blutdruckmittel. Tja, was soll ich sagen? Statt ins Koma zu fallen, merkte man unserem Hund gar nichts an - ich bemerkte erst am nächsten Tag die leere Dose. Hart, aber herzlich, dieser Hund.    

 

Neelix 1 Jahr alt